Unnötige Fusionen

Landauf, landab werden Bürgerinnen und Bürger von Fusionitis bedrängt! Kaum ein Kanton, in welchem nicht Fusionen zwischen Gemeinden geplant oder im Gange sind. In den letzten Jahren verschwanden so mehr als 1000 Gemeinden, weil sie von einer grossen Gemeinde verschluckt wurden. Auch im oberen St. Galler Rheintal

sollte aus Buchs und Sevelen eine weitere Grossgemeinde mit rund 16'300 Einwohnern entstehen. Und dies hätte nur der Anfang sein sollen!

Wozu überhaupt eine Fusion von Buchs und Sevelen haben sich die Einwohner der beiden Gemeinden gefragt und die Vorlage mit 72.5% der Stimmen wuchtig verworfen! Alles andere wäre sinnlos gewesen und hätte nur unnötige Kosten verursacht. Denn beide Gemeinden sind voll erschlossen. Beide Gemeinden haben einen Bahnhof, Einkaufszentren, Ärzte, Schulen usw. und beide stehen auch wirtschaftlich gut da. Buchs gilt gar als regionales Zentrum. Zwei Gemeinden, die so gut da stehen, hätten fusionieren sollen? Unglaublich! Nur um etwas administrative Kosten zu sparen oder gewisse Abläufe zu vereinfachen (welche überhaupt?) hätten die beiden Gemeinden ihre Eigenständigkeit aufgeben und die Bürgerinnen und Bürger ihre Selbstbestimmung opfern sollen!

Wären Buchs oder Sevelen kleine Gemeinden, ohne eigene, professionelle Administration und ohne Einnahmen für eine solide wirtschaftliche Basis, könnte eine Fusion allenfalls noch einen gewissen Sinn machen. Aber für Buchs und Sevelen trifft dies alles nicht zu. Beide haben eine gute und starke Infrastruktur. Keine der beiden Gemeinden ist akut gefährdet. Beide, sowohl Buchs als auch Sevelen sind zwei vollständige, bestens funktionierende Gemeinden. Sie sind nicht einmal wie Buchs und Räfis bereits zusammengewachsen. Warum soll dies jetzt mutwillig zerstört werden?

Um damit Geld zu sparen? Dieses Argument kann sicher nicht vorgeschoben werden, denn eine Gemeindefusion ist alles andere als billig. Sowas kostet viel Geld! Daran verdienen tun vor allem die mit der Fusionsbegleitung betrauten Berater. Die scheuen sich nicht, alleine für die Protokollierung der vielen nutzlosen Sitzungen CHF 200.-/Std. und mehr einzukassieren. Verständlicherweise kommen diese Berater gerne zu Dritt an die Sitzungen, obwohl einer vollauf reichen würde. So entstehen leicht Kosten von 3 - 4 Mio., welche wir Steuerzahler berappen müssen. Geld, welches Buchs und Sevelen sicher viel besser und sinnvoller einsetzen könnten. Eine Geldverschleuderung für eine Fusion ohne Sinn und Zweck!

Die Fusionskosten sind jedoch nur einer, wenn auch ein (ge)wichtiger Aspekt. Wesentlich gravierender ist der Verlust der Eigenständigkeit der Gemeinden und der Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger. Fusion hin oder her – wir bleiben doch Buchser und Seveler werden einige denken. Aber aufgepasst, dieses Gefühl könnte täuschen! Der mächtigere wird bald über den schwächeren bestimmen, diesen bei Abstimmungen überstimmen. Das vergiftet unweigerlich das Gefühl und das Klima untereinander. Wollen wir wirklich frustrierte Verlierer mit Groll auf den andern? In Tat und Wahrheit verlieren ohnehin alle. Denn je grösser eine Gemeinde nach der Fusion wird, desto weniger zählt die einzelne Stimme, desto kleiner wird der Einfluss des Einzelnen. Sowas führt zu Desinteresse am Gemeindegeschehen und desto weniger gehen an die Urne, denn die Menschen beginnen zu denken, man könne ja eh nichts machen… Wollen Sie das?

Zudem: Buchs und Sevelen sollen, sozusagen als Versuchsballon, ohnehin nur der Anfang sein. Wenn es nach dem Willen der strategischen Planer geht, dann soll Buchs bald einmal das Zentrum einer Grossgemeinde sein, in der – unter der Führung von Buchs – die ganze Region zusammengeschlossen sein wird.

Dank der Ablehnung an der Urne ist die Stimmkraft durch die Fusion nicht verwässert worden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Buchs und Sevelen haben am 9. Juni 2013 das Fusionsprojekt bachab geschickt, bevor verhängnisvolle Weichen gestellt und unnötig massive Kosten entstanden sind. Die Bürgerinnen und Bürger von Buchs und Sevelen haben aus den unerfreulichen Erfahrungen anderer ihre Konsequenzen gezogen und so die Eigenständigkeit der Gemeinden im oberen St. Galler Rheintal und ihre Selbstbestimmung, ihre Souveränität bewahrt.

Das NEIN an der Urne hat die Chance eröffnet, die in den letzten Jahren bereits erfolgreich praktizierte Zusammenarbeit zu vertiefen. Eine Zusammenarbeit, die, wie uns die Vergangenheit lehrt, zum Segen aller, der Gemeinden und der Bürgerinnen und Bürger gereicht. Die Einwohner von Buchs und Sevelen haben sich diesen kostbaren Schatz bewahrt!

Daniel Trappitsch, Buchs SG

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